Controlling
Gemeinkosten ade!

Controlling-Profis der Firma GKC Martin Fröhlich und Martin BaureggerZoombild vorhanden

Martin Fröhlich (links) und Martin Bauregger

Praxisnaher Einblick in die Möglichkeiten der verursachergerechten und digitalisierten Verrechnung der Prozesskosten der Abteilungen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement

Zwei absolute Profis - Martin Fröhlich, Vorstand der GKC Dr. Öttl & Partner – Dairy and Food Consulting AG und Martin Bauregger, Junior Business Consultant (Absolvent unserer Fachschule 2023) – verstanden es, im Februar 2025 anschaulich und praxisnah das Labor und das Qualitätsmanagement in die komplexe Materie des betrieblichen Controllings einzubinden.

Betriebswirtschaft trifft Qualitätssicherung
Das Labor und mit ihm die Abteilungen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement verursachen Kosten. Doch wie wirken sich diese auf die Produktkalkulation aus? Am Beispiel eines Bechers Fruchtjoghurt wurde verdeutlicht, dass die Vielzahl an täglich anfallenden Messdaten im Labor eine essenzielle Grundlage für das Controlling bildet. Die steigende Komplexität von Rohstoffen, Produkten und Produktionsprozessen sowie die wachsenden Anforderungen an Transparenz führen zu einem erhöhten Aufwand und steigenden Kosten in der Qualitätssicherung. Gerade in stark regulierten Produktsegmenten, in denen die Gewinnmargen empfindlich auf Qualitäts- und Prozessabweichungen reagieren, kann eine detaillierte Kostenanalyse über die Wirtschaftlichkeit eines Produktes oder Kunden entscheiden.
Kostentransparenz und Optimierungspotenziale
Häufig werden Labor- und Qualitätskosten als fixe Gemeinkosten betrachtet. Die klassische Leistungsverrechnung mit Äquivalenzziffern wird den Anforderungen einer modernen Kostenrechnung oft nicht mehr gerecht. Hier setzt die Prozesskostenrechnung an, die die Laborprozesse detailliert abbildet, den manuellen Dokumentationsaufwand reduziert und eine verursachungsgerechte Kostenzuordnung auf Produkte und Kunden ermöglicht. Ein entscheidender Vorteil liegt in der verbesserten Transparenz der Geräteeinsätze und Untersuchungshäufigkeiten, die nun statistisch erfasst und analysiert werden können. Dadurch lassen sich interne Untersuchungskosten mit externen Laborkosten vergleichen, während gleichzeitig die Kosten für die im Labor verbrauchten Probemengen – selbst in mittelständischen Molkereien oft ein sechsstelliger Betrag - präziser bewertet werden.
Unterstützung durch digitale Planungssysteme
Moderne Planungssysteme wie FELIX® ermöglichen es, alle relevanten Proben, Probenmengen und die daraus resultierenden Prüfprozesse digital abzubilden. So liefert die betriebliche Kostenrechnung auf einer fundierten Datenbasis verlässliche Zahlen für wirtschaftliche Entscheidungen im Labor- und Qualitätsmanagement. Das Verfahren kann dabei nicht nur in Betriebslaboren, sondern auch in Auftragslabore angewendet werden.
Fazit
Der Workshop ergänzte das bereits im Unterricht vermittelte Wissen zur Kosten- und Leistungsrechnung in idealer Weise. Die Studierenden erhielten praxisnahe Einblicke in moderne Controlling-Methoden und lernten, wie Laborprozesse effizient analysiert und optimiert werden können.